Zwei Tage Messe. Ich wollte nach Leipzig, aber ich wollte nicht einfach nur von Stand zu Stand tingeln und mich - obwohl Buchhändlerin und daher Fachbesucher – von den großen Verlagen, als überflüssig behandeln lassen.

Stattdessen wollte ich Autoren, die kleinen aber feinen Verlage treffen und mich mit Illustratoren und Menschen aus der Bloggerszene austauschen.
Also habe ich – wie gute Marketingmenschen oder auch Schreiberlinge es tun – mich im Vorfeld informiert und recherchiert.

Folgendes Programm war geplant:

7 Uhr Abfahrt
11 Uhr Ankunft Messe
11- 15 Uhr Messe durchschlendern, Eindrücke sammeln
Eventuell Großhändler und eBuch Genossenschaft besuchen
16 Uhr- 20 Uhr Autorensalon in der Stadt
Nächster Tag:
Ab 9:30 Uhr
Workshops bei der
Leipziger Autorenrunde
Eröffnungsrede von Sebastian Fitzek (witzig und sehr unterhaltsam)
Unterschiedliche Workshops von der Buchgestaltung über Literaturagenturen, Autoren, Schreibworkshops, Vermarktung ....
Ca. 19 Uhr Heimfahrt


In der Früh startete ich wie geplant. Mein Iphone beladen mit Hörbüchern (Ja, auch diese kann man in unserem Onlineshop downloaden und somit käuflich erwerben), denn irgendwie muss Frau ja die vierstündige Fahrt überbrücken. Sobald ein gutes Hörbuch läuft, könnte ich ewig fahren und bin beinahe enttäuscht, wenn ich mitten in einer spanenden Passage das Ziel erreiche. Da kommt es dann schon einmal vor, dass ich noch zehn Minuten im Auto verweile.
Als ich um 11 Uhr glücklich auf dem Parkplatz vor der Messe ankam, beobachtete ich verwundert wie die junge Frau im Nachbarauto ausstieg. Sie hatte ein voluminöses Ballkleid an, dazu eine lila Perücke. Damit marschierte sie zum Kofferraum und steckte sich einen Mäuseschwanz an den Po und setzte sich Ohren auf den Kopf. „Die Arme!“ Dachte ich.  „Muss sich ihr Geld als Messehostess verdienen und wahrscheinlich für einen Kinderverlag die Maus mimen.“ Doch zu meiner Überraschung tummelten sich immer mehr verkleideten Menschen auf dem Weg zur Messe. Bei der Taschen Kontrolle vermutete ich, dass wohl Walt Disney von Außerirdischen überfallen wurde, dadurch seltsam Kreation entstanden sind, die sich nun alle auf der Buchmesse versammelt haben. Lebendige Bäume standen ebenso in der Schlange wie Elfen mit Raumanzügen oder Mädchen mit Lila Haaren und Mundschutz. Halle 1 Manga und Comic.
Wahnsinn warum nur hatte ich meine Kamera nicht dabei. Nächstes Jahr werde ich als Fotograf losziehen. Diesen genialen Aufwand an Kostümen möchte ich festhalten und anderen zeigen. Selbstgebastelt und genäht, inszenieren sich Kids und Teens und verschönern so ihren und unseren Messetag.

Alleine deshalb lohnt sich die Messe in Leipzig, die so viel bunter, individueller und verrückter als die große Schwester in Frankfurt ist.

Hiermit meine Liebeserklärung:

Leipzig ist ein Festival und keine langweilige Messe.
Es feiert das Leben, die Bücher und die Phantasie.
Diese Überzeugung gewann ich bereits Minuten nach dem Eintritt in die Messehallen.

Ebenso empfehlenswert waren der Autorensalon und die Autorenrunde. Vorträge und Workshops, die Spaß machen, meinen Horizont erweiterten und viele Perspektiven der Buchbranche boten. Wirklich lohnenswert!
Ganz klar, nächstes Jahr bin ich wieder dabei.