Es gibt soviele Möglichkeiten zu Reisen, dass hierfür ein einzelnes Leben überhaupt nicht ausreicht. Es sei denn, man liest über die Abenteuer anderer.

Aus diesem Grund hat Brigitte Nölke einige besonders amüsante und spannende Bücher der Gattung Reiseliteratur ausgewählt und rezensiert.

 

Kopf über in unglaubliche Reisen und Erfahrungen:

Neuschweinstein

Neuschweinstein / Mit zwölf Chinesen durch Europa – Christoph Rehage

Autor:
Jahrgang 1981, verbrachte nach seinem Abitur ein Jahr in Paris, wo er unter anderem als Pommesmann bei McDonald’s und als Sicherheitsmann im Louvre arbeitete. Nach einer spontanen Wanderung durch Europa begann er, in München Sinologie zu studieren und verbrachte zwei Studienjahre mehr ...

Inhalt:
Mit Chinesen quer durch Europa
Immer mehr Chinesen zieht es in den Ferien nach Europa. Doch was denken sie wirklich über uns und unsere Heimat? Christoph Rehage hat einen Plan: Er will sich unerkannt in eine Reisegruppe einschleichen, um mehr über unsere fernöstlichen Besucher zu erfahren. Sein Vorteil: Er spricht fließend Mandarin. Und so reist er bald mit einem bunten Trupp chinesischer Touristen quer durch Europa. Zur Erkundungstour gehören kulturelle Pflichtstationen wie Schloss Neuschwanstein, Florenz und Paris, aber auch heimliche Lieblingsziele wie Einkaufszentren und Luxusboutiquen.

Mit zwölf Chinesen und einem slowenischen Busfahrer begibt sich der China-Kenner Christoph Rehage auf Europareise – immer darauf bedacht, das nationale Ansehen Chinas zu wahren, wie es der Vertrag der Reiseagentur verlangt. Anfangs misstrauisch beäugt, wird er schnell zu einem unentbehrlichen Mitglied der Gruppe, das gern zu Rate gezogen wird, wenn es um Fragen zur europäischen Kultur und Lebensart geht. Er lernt, wie man sich vor Taschendieben schützt, und ist als inoffizieller Internetbeauftragter für die Bestellung von Werkzeugkoffern und Messern verantwortlich.

Der kluge und zugleich witzige Reisebericht beschreibt, warum Chinesen die Sissi-Filmen lieben, fast ausnahmslos in chinesischen Restaurants gespeist wird und der Reisegruppe Feuerwerkmachen strengstens verboten ist. Christoph Rehage erklärt nicht nur die Faszination von Kuckucksuhren und deutschem Babymilchpulver, sondern ermöglicht interessante Einblicke in eine uns manchmal noch fremde Kultur.

Rezension:
Wir alle kennen sie, die asiatischen Reisegruppen, wir alle machen uns hin und wieder über sie lustig – doch wie ticken sie wirklich? Rehage startet in Peking gemeinsam mit der Reisegruppe. Der Trip beginnt in München, führt über Neuschwanstein, Venedig, Rom und Luzern.....
Nach und nach gewinnt er das Vertrauen der Gruppe und erfährt so z.B., dass sie eine Vereinbarung unterschreiben müssen, bevor sie die Reise antreten, so darf man sich nicht von der Reisegruppe entfernen, sonst muss man Strafe zahlen. Außerdem muss einen absurd hoher Geldbetrag hinterlegt werden, damit man überhaupt erst fahren darf. So stellt die Regierung sicher, dass alle wieder zurückkommen. Auch kann es sein, dass die Regierung sich bei Verwandten telefonisch nach den Reisezielen und dem genauen Reiseplan erkundigen.
„Neuschweinstein“ ist nicht absichtlich falsch geschrieben, vielmehr sprechen Chinesen Wörter absichtlich falsch aus, wenn sie jemanden sympathisch finden.
Gefühlt bereisen die Asiaten ganz Europa in 7 Tagen, immer auf Zack, immer fotografierend durch die Stadt. Die Mission: Zentral- und Südeuropa (Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz und Frankreich) in 14 Tagen. 
Im Anschluss an den Reisebericht, tritt der Autor eine weitere Reise an. Er besucht Teile der Reisegruppe in ihrer Heimat und sieht sich ihre Lebenssituation an. Man erfährt von Städten die man bis jetzt kaum kannte, von familiären Zusammenhalt aber auch von alten Traumata und der chinesischen Art der Städteplanung. 
Spannende Einblicke, gute Unterhaltung.
Von der Reise mit einer Gruppe von neuen chinesischen Freunden wird auf humorvolle Weise erzählt, die Eigenheiten der Menschen liebevoll beschrieben.

Paris web

Mittendurch

Mittendurch statt drüber weg – Peer Bergholter, Jochen Müller

Autor:
Peer Bergholter ist Journalist, Werbe- und PR-Texter. 2011 machte er sich gemeinsam mit seinem Freund aus Jugendtagen auf zu einer 15 Monate dauernden Weltreise. Über den Blog „Mittendurch statt drüberweg“ auf GEO.de hielten sie ihre Leser in der Heimat auf dem Laufenden.
Jochen Müller wurde 1976 in Kassel geboren. Nach dem Biologie-Studium in Göttingen, promovierte er in medizinischen Wissenschaften in Berlin. 2011 war er mit seinem besten Freund Peer Bergholter auf Weltreise. Seit der Wiederkehr lebt Jochen Müller in Berlin, organisiert und moderiert Science Slams im In- und Ausland und schreibt u.a. für dasgehirn.info und ZEIT Wissen.

Inhalt:
Zwei Freunde, ein Traum und die Reise ihres Lebens
Peer und Jochen sind Mitte dreißig, als sie darüber erschrecken, dass ihr Leben im immer gleichen Trott dahinschleicht. Und weil sie sich nicht mit der frühen Vergreisung abfinden wollen, schließen sie einen Pakt: alles aufgeben und einmal um die Welt. Sie erklären den Weg zum Ziel und entscheiden sich für richtiges Reisen – mittendurch statt drüber weg: Flugzeuge sind tabu. Sie sind mit Bussen, Zügen und Containerschiffen unterwegs, müssen wochenlang auf ihre Weiterreise warten, überleben knapp Verkehrsunfälle und haben überall schräge Begegnungen mit Einheimischen. 15 Monate, die das Leben der beiden für immer verändern.

Rezension:

Beide erzählen abwechselnd von ihren Erlebnissen. Den Anfang macht Peer Bergholter, der in einer Werbeagentur arbeitet. Er wechselt sich mit Jochen Müller ab, einem Wissenschaftler an der Berliner Charité, mit dem er seit Jahren befreundet ist.
Ihre Route führt von Europa nach Asien, von dort nach Australien und schließlich über Südamerika zurück nach Europa. Dabei versuchen sie so viele verschiedene Verkehrsmittel zu nehmen, wie es ihnen möglich ist. Nur eben halt keine Flugzeuge, so ihr festes Vorhaben.
Dabei zeigen beide ein Gespür dafür, wie sie kurz und knapp Land und Leute vorstellen können. Denn trotz eines Umfangs von 336 Seiten bleibt nicht viel Zeit, um wirklich jedes Reisegebiet ausführlich vorzustellen. Es gibt natürlich Ausnahmen: Australien zum Beispiel wird auf Grund bestimmter Umstände ausführlich beschrieben und dargestellt.
Doch so kurz der Einblick in die fremden Länder auch ist: Er ist interessant. Eben weil man trotz der Kürze eine Ahnung darüber erhält, wie es sich da leben lässt.
Reisen mal anders – die Welt erleben – lesenswert.

Taxi3Freunde

Drei Freunde, ein Taxi, kein Plan.... - Paul Archer & Johno Ellison

Autor:
Paul Archer arbeitet in Bristol als Softwareentwickler und ist darauf spezialisiert, Menschen per App zusammenzubringen. Johno Ellison machte eine Ausbildung zum Helikopterpilot # Zur Zeit arbeitet er als freiberuflicher Produktdesigner und Ingenieur.

Inhalt:
Nach einem Abend im Pub kommen die Freunde Paul, Johno und Leigh auf eine verrückte Idee: Sie kaufen ein altes schwarzes Taxi namens Hannah und gehen damit auf Weltreise – von London nach Sydney, mit dem größtmöglichen Umweg. Denn so würde es jeder Taxifahrer machen, der etwas auf sich hält. Ihr 70.000 Kilometer langer Weg führt sie in die abgelegensten und gefährlichsten Regionen: In Moskau landen sie hinter Gittern, im Iran werden sie als Spione dingfest gemacht und in Pakistan sind sie nie ohne bewaffnete Eskorte unterwegs, um nicht von den Taliban gekidnappt zu werden. Und auch das Taxi Hannah entpuppt sich als Diva, die immer wieder gepflegt und repariert werden muss. Doch die drei Freunde schaffe es mit viel Humor, allen Hindernissen zu trotzen; sie brechen zwei Weltrekorde und umrunden die ganze Erde mit ihrem alten Taxi.
Alles, was die drei Freunde auf ihrer abenteuerlichen Reise um die Welt erleben, welcher Preis am Ende auf dem Taxameter steht und warum die verrücktesten Ideen möglich sind, wenn Du nur daran glaubst, das erzählen sie hier in ihrem Buch ...

Rezension:
Very british und total verrückt. Mit herrlicher britischer Ironie und schwarzem Humor gewürzt. Wer verrückte Ideen und ungewöhnliche Reisen liebt, der ist hier richtig. Besonders die naive Art der drei Freund ist amüsant. Allerdings muss man anfangs in Kauf nehmen, dass die drei doch gerne dem Alkohol frönen.
Ein amüsanter Trip um die Welt, Viel Spaß für alle, die davon träumen eine Weltreise zu machen und es bis jetzt nicht geschafft haben – So schnell wie hier kommt man sonst nicht um die Welt.
Drei Jungs ziehen los und werden im Lauf der Zeit erwachsen – und man höre und staune, ihre Freundschaft hat gehalten.....

London web

CouchsurfingIran

Couchsurfing im Iran / Couchsurfing in Russland – Stephan Orth

Autor:
Stephan Orth, Jahrgang 1979, studierte Anglistik, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Journalismus. Von 2008 bis 2016 arbeitete er als Redakteur im Reiseressort von SPIEGEL ONLINE, bevor er sich als Autor selbstständig machte. Für seine Reportagen wurde Orth mehrfach mit dem Columbus-Preis ausgezeichnet. Er ist Autor des Nr.1-Bestsellers »Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt«. Bei Malik erschienen seine Bücher »Opas Eisberg« und »Couchsurfing im Iran: Meine Reise hinter verschlossene Türen«, das Platz 4 der SPIEGEL-Bestsellerliste erreichte und dort mehr als 70 Wochen lang vertreten war. Seit März 2017 ist der Nachfolger »Couchsurfing in Russland« erhältlich.

Inhalt:
Iran
Eine Bikiniparty in der Pilgerstadt Mashhad, eine Übernachtung neben dem Atomkraftwerk Bushehr, ein Sadomaso-Geheimtreffen in Teheran: Im Iran erlebt Stephan Orth Abenteuer, die kein Reiseveranstalter jemals in seinen Katalog schreiben würde. Als Couchsurfer tauscht er Hotel gegen Privatquartier und lernt das Land so von seiner ganz privaten Seite kennen. Denn hinter verschlossenen Türen fällt der Schleier und mit ihm die Angst vor den Sittenwächtern. Ob beim Rotwein-Besäufnis mit einem persischen Prinzen oder bei einem Wohnzimmer-Date mit versammelter Großfamilie, im stinkenden Schmugglerbus oder im rasenden Kleinwagen: Jede neue Begegnung fügt sich als Puzzleteil ein in das Gesamtbild eines Landes, dessen Realität komplett anders ist, als die Klischees vermuten lassen. Und schließlich werden noch zwei der letzten Geheimnisse aufgedeckt: wie die Einheimischen es anstellen, in einer Apotheke Wodka zu kaufen – und warum sie die unsägliche Popgruppe Modern Talking so lieben. Ein mitreißend erzähltes Buch über die kleinen Freiheiten und großen Sehnsüchte der Iraner.

Couchsurfing Russland

Russland
Das erste Russland-Buch ohne Bären und Balalaikas!
Was ist Propaganda, was ist echt? Über keinen Teil der Erde ist die Informationslage verwirrender als über Russland. Da hilft nur: hinfahren und sich sein eigenes Bild machen. Zehn Wochen lang sucht Bestsellerautor Stephan Orth zwischen Moskau und Wladiwostok nach kleinen und großen Wahrheiten. Und entdeckt auf seiner Reise von Couch zu Couch ein Land, in dem sich hinter einer schroffen Fassade unendliche Herzlichkeit verbirgt.
»Stephan Orth versteht es hervorragend, Land und Leute für den Leser lebendig werden zu lassen.« Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Eine Diamantenmine in Jakutien, eine Datscha mitten in der Großstadt, das Dorf einer Weltuntergangssekte in Sibirien: Es sind Orte wie diese, an denen Stephan Orth nach dem wahren Russland sucht. Zwischen Moskau und Grosny, zwischen Sankt Petersburg und Wladiwostok lebt er zu Hause bei Einheimischen, diskutiert mit ihnen über Politik, Propaganda und Pelmeni und lässt sich von ihnen ihre Welt zeigen. 
Dabei trifft er nicht nur Putin-Versteher, Wodkatrinker und Waffennarren, sondern auch herzliche Musiker, einen intellektuellen Pedanten und die schönste Frau des Landes. Er erfährt, was Pfannkuchen mit dem Gefühlsleben der Russen zu tun haben, wie grüne Männchen auf der Krim landeten – und entdeckt sogar das Geheimversteck der sagenumwobenen russischen Seele. Von Gastgeber zu Gastgeber ergibt sich ein persönliches Bild dieses riesigen Landes, das derzeit ein zweifelhaftes Comeback auf der weltpolitischen Bühne feiert. Und gleichzeitig auf der Suche nach sich selbst ist.

Rezension:
Iran
Offiziell ist es Iranern verboten, Fremde bei sich aufzunehmen, wenn diese sich nicht innerhalb von 24 Stunden bei der örtlichen Polizei melden. Der Staat befürchtet, dass Spione auf diese Art unerkannt durchs Land reisen könnten. Laut Auswärtigem Amt wurden schon Deutsche des Landes verwiesen, weil sie sich per Internet Privatunterkünfte organisierten.
Stephan Orth ist mit "Couchsurfing im Iran" ein wunderbares Buch über dieses Land im Schwebezustand gelungen.
Russland
Die Dinge sind oft nur auf den ersten Blick kompliziert in Russland, das ist die erste Lektion, die der Autor Orth lernt. Von Anfang an ist ihm klar, dass der erste Blick selten unter die Oberfläche reicht - doch genau dorthin möchte Orth vordringen, das macht die Sache dann wieder kompliziert und anstrengend. Russland hat einen miserablen Ruf; Orth überlegt, was die letzte erfreuliche Nachricht über das Land war, an die er sich erinnern kann: "Irgendwie will mir nur eine Aufführung von ,Peter und der Wolf' einfallen, die ich als Siebenjähriger besucht habe."
Das wird sich ändern. Hier kann man Land und Leute aus einem ganz anderen Blickwinkel kennenlernen.

Coffeetogotogo

Ein Coffee to go in Togo – Markus Maria Weber

Autor:

geboren 1981 in Freiburg im Breisgau, hat sieben Jahre für eine der weltweit größten Unternehmensberatungen gearbeitet. Nach zu vielen Nächten in fremden Bürotürmen und Hotelbetten, nahm der damals 31-jährige Manager eine Auszeit und fuhr mit dem Fahrrad nach Togo, um einen Kaffee zu trinken.

Das Manuskript zu seinem Erstlingswerk ist auf seinen Geschäftsreisen, in den Lounges der Deutschen Bahn, in Flugzeugen und bei unzähligen Tassen Kaffee entstanden.

Inhalt:

Eines Tages wirft der Unternehmensberater Markus Weber seine heile Welt über den Haufen und stürzt sich Hals über Kopf in ein Abenteuer. Er setzt sich auf sein Fahrrad und fährt los – durch 26 Länder, bis nach Togo. Seine Reise führt ihn durch verlassene osteuropäische Dörfer und über zermürbende Sandpisten in Westafrika. Er fährt per Anhalter durch die Sahara, radelt durch den unerschlossenen guineischen Regenwald und schmuggelt sich in Liberia über geschlossene Grenzübergänge. Alles, um zwei Fragen zu beantworten: Wer bin ich? Und: Gibt es eigentlich Coffee to go in Togo?
Ein wahnwitziges Reiseabenteuer zwischen Selbstfindung, Flucht vor dem Alltag und aufregenden Begegnungen auf 14.037 Radkilometern.

Rezension:

Markus Maria Weber hat eine hervorragende Beobachtungsgabe und eine bewundernswerte Offenheit und vor allem: Er hatten einen wundervollen Schreibstil. Lebendig geschrieben, nicht all zu lange Kapitel. 
Mit einem Fahrrad ist man schnell genug um fremde Länder zu erkunden und langsam genug um alles wahrzunehmen. Spannend , wenn man sich gleich auf den ersten Kilometern verfährt. 
Man lacht, leidet, freut, entdeckt und geniesst die Kilometer zusammen mit dem Unternehmensberater. Fast sitzt man mit ihm und seinen spannenden Bekanntschaften mit am Tisch und man leidet, wenn sein treuer pinker Begleiter auf unkonventionelle Weise transportiert werden muss. Mit jeder Seite reist man tiefer mit ins Abenteuer.

Boaderlines

 

Boarderlines – Andreas Brendt

Autor:
Andreas Brendt ist 39 Jahre jung und gebürtiger Kölner. Den Dom sieht er aber selten. 
Seit fast zwanzig Jahren ist das Surfen seine große Passion und lässt ihn durch die Weltgeschichte stolpern. Ganz nebenbei studierte er Volkswirtschaft und Sportwissenschaft, betreute die Nationalmannschaft der Wellenreiter, hielt Vorträge über Angst und Motivation bei Profifußballvereinen und arbeitet als Berufschullehrer. Außerdem interessiert er sich brennend für fernöstliche Philosophie und Alltagsweisheiten. Für sein Schreiben ist ihm die größte Inspiration seine stete Neugier und seine ungebrochene Naivität, die - nach eigener Aussage - seine beste Charaktereigenschaft ist und ihn immer wieder in die absurdesten Situationen gleiten lässt. 
Boarderlines ist sein erstes Werk und mauserte sich im letzten Jahr und in Zusammenarbeit mit dem Conbook Verlag zum Sensationserfolg. Teil zwei folgt Anfang 2016.

Inhalt:
Andi ist Student und entscheidet spontan sein Konto zu plündern, um nach Asien zu reisen. Auf Bali wird er mit dem Surfvirus infiziert. Das Wellenreiten wird seine lebensbestimmende Leidenschaft, die ihn vor die große Frage stellt: Gebe ich dem inneren Feuer Zündstoff oder ebne ich den Weg für die geplante Managerkarriere? 
Die Suche nach der Antwort dauert 10 Jahre und führt in unfassbare Abenteuer, durch ferne Länder, zeigt Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen, skurrilen Typen und gefährlichen Gangstern und beschreibt das ständige Überwinden des inneren Schweinehundes. 
„Boarderlines“ handelt von einem Leben zwischen Pistolen, Edelsteinen und Malaria. Von einer entlegenen Insel, allwissenden Professoren und deutschen Bierdosen. Von Freundschaft und Monsterwellen - und natürlich der Liebe.
Der erfrischende Debüt-Roman von Andreas Brendt lässt aufhorchen: Er weckt nicht nur Fernweh bei jungen Wilden und Sinnsuchern, sondern beleuchtet mit einem Schmunzeln auch die typischen Sehnsüchte und inneren Konflikte, mit denen sich jeder identifizieren kann.

Rezension:
Das hier ist das Buch eines Abenteurers, der gar nicht immer Abenteurer sein will. Andi sucht seinen Weg – Karriere oder Leidenschaft? Ist Geld im Leben wichtiger als Glück? Er erkennt, dass es nur einen Weg gibt: ausprobieren. 
Andi kratzt seinen Mut zusammen, schiebt die Existenzängste für unbestimmte Zeit auf die Reservebank und beginnt, um was wir ihn wohl alle beneiden: er traut sich, seinen Träumen Leben einzuhauchen.
Obwohl man ihn ein bisschen um seine Erlebnisse beneidet, ist er so sympathisch und geradeaus, dass man sich in seiner Gegenwart im Buch nur wohl fühlen kann. Er hat den Mut, zu zugeben, dass er nicht immer der Held ist. Andi schildert seine Niederlagen genauso ehrlich wie seine Siege. Dabei heult man mit ihm und spürt die Schmerzen von Schrammen, die das Riff verursacht hat, obwohl man im ganzen Leben noch nie gesurft ist. 
Man erlebt unbeschreiblich schöne Naturschauspiele und ganz unglaublich wunderbare Momente, in denen er nur noch schreien möchte, weil das Leben so schön ist…
Boarderlines verschafft einem dieses Glücksgefühl, ein ganz besonderes Buch gefunden zu haben, wie es sie nur selten gibt. Eines von denen, die man am liebsten nicht aus der Hand legen würde, bis man die letzte Seite verschlungen hat. Obwohl man zum Ende hin merkt, dass man immer langsamer liest, um noch ein bisschen länger bei dem neuen Kumpel bleiben zu können. 
Aber – das Leben ist so, wie es ist. Oder was du draus machst.