Lucy Schreck - ein geheimes Tagebuch

Nirgends kann man so anonym schreiben wie im Internet. Unverfälscht, ehrlich und manchmal auch rücksichtlos seine Gedanken äußern und dadurch sortieren. Eventuell sogar eine Diskussion anzetteln. Lucy Schreck –so versteckt wie Cro hinter seiner Maske – schreibt über und aus ihrem Leben. Voller Pannen, Hindernisse und den Gedanken einer Frau, die als Werbetexterin den Traum von der eigenen Buchhandlung hat. Wird Sie den Schritt wagen und wenn ja wie wird sich ihr Leben verändern? Ein Blog wie das Leben zwischen Höhen und Tiefen, erstaunlichen Erkenntnisse und völliger Ratlosigkeit.

Was ist los mit Lucy Schreck?

titel srilanka2

 

Was ist nur los mit Lucy Schreck?

Wo ist sie geblieben...? Momentan befinde ich mich in einem neuen geheimen

Schreibprojekt. Gesagt sei soviel. 12 Autorinnen schreiben in 12 Monaten 12 Romane. Nämlich jeden ihr eigenes Projekt. Deshalb benötige ich meine gesamte Energie fürs Schreiben und natürlich meine Leidenschaft die Bücher. Zwischendurch engagiere ich mich nun als Vorsitzende des Gesamtelternbeirats, denn was nützt es nur große Töne zu schreiben (sie Blockbericht: Nahkampfgebiet Schule) und nichts zu unternehmen.

Also verzeiht mir die Abstinenz... ihr wolltet wissen was noch in Sri Lanka war...?

Gut... es folgt die Fortsetzung für alle, die es interessiert:

Lucy Schreck auf Reisen Teil 2

Der Zahn des Buddha oder die Affen sind los.

Wir saßen eingequetscht in einem Toyota-Mini Van und während ich innerlich mein Testament schrieb, den Würgetrieb unterdrückte, versuchte mein Mann dem Fahrer zu erklären, dass wir gerne diesen Urlaub gerne überleben würden. Der zeigte keinerlei Verständnis, überholte, hupt und raste über Sri Lanka. Die Kinder maulten. Am Strand war es so schön, warum müssen wir was besichtigen? Mein Mann brummte: Eure Mutter braucht Inspiration. Und es war deutlich anzuhören, was er von meinen Selbstverwirklichungsversuchen hielt. Als der Fahrer stoppt und ich kurz Luft bekam, konterte ich: „Wir wollen doch auch was von Land und Leuten sehen und nicht nur am Pool rumliegen.“ Und dann stopfte ich eine vom Fahrer angebotene Ananas, die mit Pfeffer und Salz gewürzt waren, in meinen Mund. Hoffend, dass die Übelkeit aufhörte.

Abends waren wir unserem Hotel in Kandy. Luxus ist etwas anderes, aber es war erträglich. Alle maulten warum ich auf Sterne verzichtet und dafür mehr Tage gebucht hatte.

Dennoch wollten sie sich im Pool erfrischen, während ich es vorzog in Ruhe zu duschen.

Nur mit einem Handtuch bedeckt, suchte ich auf Zehenspitzen einen hygienischen Weg durch das kleine Badezimmer. Als ich die schäbige Holztür öffnete, entfuhr mir ein Schrei angesichts des Chaos, das mir entgegenflog. Dann starrte ich in ein für Sekunden versteinertes braunes Gesicht, das nun die Zähne fletschte und ebenfalls schrie. Wild hüpfte der Affe aufs Bett, verstrickt in meiner feinen Victoria-Secret-Unterwäsche, und türmte aus der Balkontüre. Hektisch stürzte ich hinter ihm her, um die Türe zu schließen und zu verriegeln. Vom Geländer beäugte eine ganze Schar Affen meinen nackten Körper, während sich bereits zwei Primaten um den roten BH zankten. Da ich das Gefühl hatte, mein Körper ließ sie zu spöttischem Schreien aufheulen, holte ich rasch einen Seidenkimono und beobachtete kurz diese wilde Bande, die sich nun am Nachbargebäude an den Balkongeländern hinaufschwang, über Telefonkabel turnte und den Büstenhalter wie eine Fahne hinter sich herschleppte.

Meine Familie verfolgte etwas fassungslos meinen Bericht und meine Tochter zeigte auf ein Schild auf dem kleinen schäbigen Schreibtisch.

Attention! Monkeys! Keep windows closed.

Wir marschierten zum Essen – trafen auch dort auf unsere Vorfahren, die vom Büfett sichtlich angetan waren. Also ganz ehrlich in Sri Lanka sind die Affen los.

Ich zog den lila Seidenschal enger um meine Schultern, während wir in der Menschenschlange darauf warteten, den Zahn Buddhas zu sehen, barfuß auf einem Boden, über den Tausende von Menschen liefen. Heimlich krümmte ich meine Zehen, als könne dies den Fußpilz abwehren. Danach würde ich uns allen die Füße mit Sagrotan reinigen. Räucherstäbchen vermischten sich mit dem Schweiß der Wartenden. Eigentlich hatten wir überlegt, diese Attraktion ausfallen zu lassen, doch unser Fahrer – selbst gläubiger Buddhist – hatte vehement mit dem Kopf geschüttelt und erklärt: „Dies ist die heiligste Stelle von ganz Sri Lanka“, so dass wir uns dem Schicksal ergeben hatten. Vielleicht gab es ja eine einfache Erleuchtung an diesem heiligen Ort, auf alle Fälle könnten wir anschließend das Thema Sehenswürdigkeiten ad acta legen.

Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Trommeln und Gesänge bestimmten den Rhythmus der sich wiegenden Menge. Ich betrachtete die Körbe voller Blüten und Lebensmittel, die viele mit sich trugen. Der süßliche Duft von Früchten überdeckte kurz den Schweiß. Schritt für Schritt näherten wir uns der Heiligkeit. Zwei Mönche standen vor dem kleinen Fenster des Zahnes und sammelten eifrig Spenden, sodass ich überhaupt keinen Blick auf den Zahn werfen konnte, da sich von hinten eine Familie drängte, mit Körben voller Blüten, Früchten und Eiern. Um dem Körperkontakt und den unangenehmen Gerüchen auszuweichen, übersah ich das Heiligtum. Unmittelbar danach löste sich die Menschenmenge in dem großen, hohen Saal auf.

„Haben Sie den Zahn gesehen?“, fragte der Fahrer erwartungsvoll.

Ich schüttelte den Kopf.

„Zu schnell. Ich konnte nicht an den Mönchen vorbei sehen. Hat jemand von euch was gesehen.“ Betretene Gesichter.

„Dann gehen Sie hier in den Nebenraum. Ganze Geschichte von Buddha in prachtvollen Gemälden. Fantastisch“, sagte er überschwänglich und stupste uns leicht in die genannte Richtung.

„Ich warte hier“, fügte er bestimmend hinzu und positionierte sich direkt an dem Eingang zu dem großen Saal. Alle maulten. „WIR WOLLEN IN DEN POOL!“

Überredet. Pool- Cocktail -Buch! Kultur war für heute genug und die Erleuchtung musste eben noch warten. Der Zahn des Buddhas hatte sie nicht gebracht.

 

Zum Thema Affen...Buddha und Sri Lanka: Lesetipps

Buddha1

Rick Hanson

Denken wie ein Buddha

Gelassenheit und innere Stärke durch Achtsamkeit. Wie wir unser Gehirn positiv verändern.

Es ist eine erstaunliche Erkenntnis: Alles, was wir erfahren, denken und fühlen, prägt sich in die Struktur unseres Gehirns ein! Das können wir uns zunutze machen: Der renommierte Neuropsychologe Rick Hanson hat Techniken der Achtsamkeit entwickelt, mittels derer wir die verborgene Kraft von positiven Alltagserfahrungen erkennen und bewusst in uns aufnehmen können. Mit einem bemerkenswerten Effekt: Sie wirken stärkend auf unser Denken und unseren Geist und ebnen den Weg zu Glück, innerer Ruhe und Ausgeglichenheit.

Affen srilanka2

Amitava Kumar

Am Beispiel des Affen

Originaltitel: Immigrant, Montana.

Mit weit aufgerissenen Augen kommt der indische Student Kailash 1990 nach New York. Er passt sich mühelos an, will sich einfügen - mehr noch, er will glänzen. Voller Ironie und Selbstzweifel erzählt er von seinen Jahren auf dem Campus, von den Frauen, in die er sich verliebt, die sich jedoch ziemlich rasch wieder entlieben. Amitava Kumar entwirft das Porträt von einem, der zwischen den Kulturen steht - und sich dabei nichts sehnlicher wünscht, als flachgelegt zu werden. "Am Beispiel des Affen" ist ein explosiver Einwandererroman, virtuos gefügt aus Text und Bild, Erzählung und Essay, Anekdote und Anmerkung. Ein Lebensroman, der tief eintaucht in die Wirren des Begehrens und der kulturellen Missverständnisse.

Unteraffensrilanka2

Gregor Fauma

Unter Affen

Warum das Büro ein Dschungel ist. 'Goldegg Business'.

Je stressiger es zwischen uns Menschen zugeht, desto deutlicher werden die Grundmechanismen unseres täglichen Verhaltens am Arbeitsplatz: Es geht u.a. um Kooperationsbereitschaft unter Kollegen, um das Streben nach Macht, um Führungsverhalten - aber auch um einen Flirt im Büro oder das Vermeiden von offenen Konflikten.

Gregor Fauma analysiert, wie Menschen evolutionär ticken, was uns antreibt und was uns manchmal auch hindert, im Büroalltag kluge Entscheidungen zu treffen. Vom Business-Catwalk Stiegenhaus über die Kampfarena Konferenzraum und den Flirt in der Kaffeeküche bis hin zum Chefbüro - die erkenntnisreiche Lektüre fasziniert mit aufschlussreichen Beobachtungen und humorigen Aha-Erlebnissen.

SriLanka2

Selina Schulte

Ich Brauche Keine Therapie Ich Muss Nur Nach Sri Lanka

Punktiertes Notizbuch Mit 120 Seiten

Für Alle Notizen, Termine, Skizzen, Einträge, Erlebnisse

GG war fleissig...
Auf Reisen...