Unsere Lieblingsromane
Romane, die uns besonders berührt, begeistert oder überrascht haben.
Lass dich inspirieren und entdecke dein nächstes Lieblingsbuch.
Hier draußen
Martina Behm (dtv Verlagsgesellschaft)
Eine Dorfgemeinschaft auf dem Land, mit all ihren Facetten: die Alten und die Jungen, Zugezogene und Ureinwohner, Spießer und Kommunarden. Jeder hat seinen Platz, Veränderungen geschehen höchstens langsam – wenn überhaupt. Bis einer der Zugezogenen eine weiße Hirschkuh überfährt. Laut Überlieferung hat er nun nur noch ein Jahr zu leben. Und dieses Jahr hat es in sich. Im Dorf beginnt sich etwas zu bewegen, und hinter der heilen Fassade brodelt es. Die Sprecherin bringt sämtliche Stimmungen großartig rüber – ruhig, mit friesischem Einschlag. Harte Realität trifft auf unerfüllte Träume und tiefe Bedürfnisse.
Ein ungezähmtes Tier
Joël Dicker (Piper Verlag GmbH)
In „Ein ungezähmtes Tier“ stehen zwei Familien im Mittelpunkt: Arpad und Sophie, ein reiches Ehepaar mit riesigem Bungalow und Greg und Karine, die ein Reihenhaus in der Nähe bewohnen. Greg ist Polizist in einer Spezialeinheit und besessen von Sophie, Arpad scheint ein kriminelles Geheimnis zu haben, Karine freundet sich mit Sophie an und beneidet diese um ihr Leben und Sophie hat einen geheimnisvollen Fremden in ihrer Nähe. Der Kriminalfall ist angelehnt an den einen tatsächlich stattgefundenen Raubüberfall 2022 in Genf. Alle Personen haben etwas zu verbergen und damit legt der Autor auch viele falsche Fährten.
Die Geschichte bewegt sich auf mehreren Zeitebenen in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Diese Wendungen und Verknüpfungen machen dieses Buch zu einer unglaublich spannenden Lektüre.
Von hier aus weiter
Susann Pásztor (Kiepenheuer & Witsch GmbH)
Marlenes Mann Rolf ist gestorben – sehr plötzlich und allein. Das macht sie trotz aller Trauer wütend, hatten sie doch vereinbart, dass sie miteinander aus dem Leben gehen, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ihre Patchworkfamilie und ihr Umfeld verstehen ihre Reaktion nicht. Sie selbst fühlt sich mit all ihren Emotionen überfordert und findet sehr mühsam wieder in den Alltag. Als sie eines Tages einen Klempner braucht, steht Jack vor der Tür, ein ehemaliger Schüler. Auch er ist vom Leben gerade sehr gebeutelt, wohnt im Auto und hat auch gerade keinen Plan, wie er seine Lebenskrise überwinden soll. Marlene bietet ihm ein Zimmer in ihrem großen leeren Haus an und ganz behutsam freunden sich die beiden an. Als Marlene die Nachricht erreicht, dass ihr Mann bei einer gemeinsamen Freundin eine Nachricht hinterlassen hat, beginnen Jack und Marlene eine Reise: nach Wien, zu sich selbst und zurück ins Leben.
Fazit: Ein Roman wie ein Roadmovie, fast zu schön ist diese Geschichte, um wahr zu sein. Was für eine wunderbare Vorstellung, dass man in Krisenzeiten einfach näher zusammenrückt, um die Herausforderungen zu meistern. Aber warum eigentlich nicht?
Klapper
Kurt Prödel (park x ullstein)
Klapper, der Held der Geschichte, ist ein Computer-Nerd, 16 Jahre alt. Er hat den ganzen Sommer mangels Freunde vor dem Computer verbracht. Am ersten Schultag betritt eine neue Mitschülerin die Klasse: Bär. Sie setzt sich neben ihn und akzeptiert nicht, dass er von der Klasse gemobbt wird. Sie hat die gleiche Leidenschaft wie Klapper. Beide zocken für ihr Leben gerne. Zwischen den beiden entwickelt sich eine besondere Freundschaft und Klapper fühlt sich in Bärs Gegenwart zunehmend stärker. Nach und nach erfährt man, dass beide aus ganz unterschiedlichen Familien stammen und sie trotz ihrer sozialen Herkunft gar nicht so verschieden sind. Vielleicht lassen sie auch gerade deswegen die gegenseitige Nähe zu? Eines Tages aber passiert eine Katastrophe …
Fazit: Uns hat bei dieser Coming-of-Age-Geschichte der nachdenkliche Ton besonders gut gefallen. Nichts ist hier jugendlich flapsig oder überzogen cool. Die beiden Helden wirken auch nicht erwachsen aufgeklärt, sondern genau emotional richtig für Teenager, die gerade versuchen, sich in der Welt zu finden. Meine unbedingte Empfehlung für Jugendliche, die sich sicher in den Figuren wiederfinden können.
Die Glückslieferanten
Sanaka Hiiragi (Hoffmann und Campe Verlag)
„Es ist das pure Glück, diesen Roman zu entdecken. Magisch, inspirierend, durch und durch positiv fürs Herz. Wie schön, von der Kraft der Worte zu lesen!“
Über den “Himmellieferservice” werden ganz besondere Päckchen verschickt. Päckchen, deren Absender wissen, dass sie den Empfang des Pakets beim Adressaten nicht mehr erleben werden, und die so eine Botschaft an die verlorene Liebe ihres Lebens oder an schon lange nicht mehr kontaktierte Personen senden wollen. Nanahoshi ist die Überbringerin der Päckchen mit Briefen, Geschenken, persönlichen Worten und Geschichten. Allen Empfängern verhilft sie so zu überraschenden Erkenntnissen, zu ungeahnten Begegnungen und zu einer magischen Aufarbeitung unausgesprochener Dinge. Viele Dinge werden so wieder bereinigt und ins rechte Licht gerückt, Leben werden positiv beeinflusst.
Bis in alle Endlichkeit
James Kestrel (Suhrkamp Verlag)
Rezension von Autorin Chris Beck: Lee Crowe, ehemaliger Jurist, vom Anwaltsberuf ausgeschlossen, arbeitet jetzt als Privatdetektiv und vor allem an „schmutzigen“ Fällen. Er ist einsam, sarkastisch und natürlich hat er ein gutes Herz und eine Doppeldosis Moral. Olivia Gravesend, der Name ist Programm, hat ihre Tochter Claire verloren und bittet Crowe, herauszufinden wie sie gestorben ist.
Der mit allen Ermittlungswassern gewaschene Detektiv muss alles aufbieten, was er hat, um einen stinkreichen, völlig skrupellosen Multimilliardär zur Strecke zu bringen. Wie er das macht, ist spannend, spektakulär und sehr unterhaltsam. Es geht um Macht, ewiges Leben und um Gentechnik. Schon mit „Fünf Winter“, das mir sogar noch einen Tick besser gefallen hat, zeigte der Autor, dass er ein Händchen für tiefschwarzen Noir hat. Im Klappentext steht, er sei der würdige Nachfolger von Raymond Chandler. Ja, das kann ich unterschreiben.
Paradise Resort
Chris Beck (Herz und Gold Verlag GbR)
Thailand 2004: Zwei junge Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, fliegen ins Paradies. Denise, souverän und aufbrausend, die schüchterne Maja, die viel zu nett ist, um wahr zu sein. Eine Zweckgemeinschaft, die schnell an ihre Grenzen kommt.
Doch dann fegt der Tsunami mit brutaler Wucht über den Strand und hinterlässt Chaos und Zerstörung. Dunkle Geheimnisse kommen ans Licht. Menschen zeigen ihr wahres Gesicht.
Ein spannender Roman über Freundschaft, Verlust und den Mut, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen.
Lebendige Sprache, authentische Protagonistinnen, Humor und Tiefgang machen das Lesen zum Vergnügen.
In den Augen meiner Mutter
Jo Leevers (Droemer Taschenbuch)
Ein Familienroman, der unter die Haut geht: Ist die schwangere Georgie bereit herauszufinden, was ihre Mutter 20 Jahre lang verheimlicht hat?
Die 32-jährige Georgie ist im achten Monat schwanger, als sie durch Zufall einen Hinweis auf den Aufenthaltsort ihrer Mutter Nancy erhält. Vor 20 Jahren hatte Nancy ihre Familie einfach so verlassen - ohne Erklärung, ohne Abschied. Jetzt, da Georgie selbst Mutter wird, kann sie das noch weniger verstehen als damals. Aber sie hat das Gefühl, Antworten zu brauchen, um in ihrem eigenen Leben endlich zur Ruhe zu kommen. Zusammen mit ihrem Bruder Dan reist Georgie in die schottischen Highlands, wo in den Medien über ihre Mutter berichtet wurde. Unterwegs kommen Erinnerungen an ihre Kindheit zurück, die mehr und mehr Fragen aufwerfen. War es etwa Georgies Schuld, dass Nancy gegangen ist? Und war ihr Vater wirklich der Held in der Geschichte? Was die Geschwister über ihre Familie herausfinden, erschüttert all ihre Gewissheiten. Und es stellt Georgies eigene Entscheidungen infrage.
Fazit: Ich war ja schon vom Erstlingswerk „Café Leben“ der Autorin begeistert. Diese Familiengeschichte liest sich noch spannender, fast wie ein Psychokrimi. Diese Mutter-Tochter-Geschichte zieht den Leser emotional in den Bann, das Spannungselement erinnert ein wenig an „Der Gesang der Flusskrebse“.
Der Sommer, in dem alles begann
Claire Léost (Kiepenheuer & Witsch GmbH)
Eine geheimnisvolle Familiensaga aus dem rauen Herzen der Bretagne: Hélène, Marguerite und Odette - drei Frauen aus drei Generationen, deren Wege sich in einem bretonischen Dorf kreuzen und alles verändern. Hélène ist sechzehn und lebt in einem kleinen Dorf im felsigen Finistère. Sie liebt ihre raue Heimat, ihren Freund Yannick und das friedliche Dorfleben. Doch die Ankunft Marguerites, der neuen eleganten Französischlehrerin aus Paris, und ihres Mannes Raymond, eines charmanten Schriftstellers mit Schreibblockade, wirbelt alles auf. Hélène fühlt sich immer mehr von Raymond und seiner Welt angezogen, während Marguerite eine heimliche, leidenschaftliche Affäre mit Yannick beginnt.
Zugleich sucht die Lehrerin fieberhaft nach Spuren ihrer Mutter, die sie nie kennengelernt hat und die aus ebendieser Gegend stammen soll. Und dann ist da noch Odette, Witwe und Dorfladenbesitzerin, die mittellos in den 1940ern nach Paris geschickt wurde, wo sie als Hausmädchen arbeitete und vergewaltigt wurde... Die Lebenswege dieser drei Frauen sind eng miteinander verwoben und führen zu den Wurzeln der bretonischen Geschichte.
Fazit: Für LeserInnen von „Der Gesang der Flusskrebse“ – starke Geschichte mit starken Frauen, Geheimnisse, Liebe und Verrat überall und das inmitten der grandiosen Landschaft der Bretagne.
Wasserseele
Anja Kareen (Herz und Gold Verlag GbR)
Quentin lebt schon eine ganze Weile allein. Eigentlich hat er sich damit abgefunden und sich ein bequemes Leben eingerichtet. Nur seine Schwester Helen versucht manchmal ihn herauszulocken. Helen ist verheiratet mit Boris und schon lange nicht mehr glücklich. Die beiden lernen Adrischa kennen und plötzlich ist nichts mehr wie es war. Wer ist sie wirklich?












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